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PERSPEKTIVEN 


Ziel des einjährigen Modellprojektes war es, durch einen intensiven Informationsaustausch und durch die Bündelung der Fachkompetenz der beteiligten Akteure, Vorschläge für eine verbesserte Beratungs- und Informationsqualität für türkische StaatsbürgerInnen in Deutschland, der Türkei und anderen EU-Ländern, RückkehrerInnen, mögliche RückkehrerInnen und am EU - Einigungsprozess Interessierte zu erzielen.

Modellhaft sollte der Erfahrungsaustausch, die Erstellung und Erarbeitung von ziel-gruppengerechten Informationsangeboten und die Vernetzung und Abstimmung der Akteure erprobt und entwickelt werden.
Darüber hinaus soll das soziale Modell der EU und der Prozess der gegenseitigen Annäherung bzw. der Heranführung an dieses Modell zielgruppengerecht mit Sachinformationen verdeutlicht und unterstützt werden.

Im Mittelpunkt stand dabei die Entwicklung und praktische Erprobung eines arbeitsfähigen Netzwerkes von Akteuren in der Türkei (staatliche Behörden, Bildungs- und Forschungs-einrichtungen, der Privatwirtschaft und Nichtregierungsorganisationen / NGO`s) mit der BÜRGERBERATUNG in Darmstadt / Deutschland.
Abgeglichen und ergänzt werden sollte dies mit den Erfahrungen und Anregungen von Beratungseinrichtung aus den Niederlanden (Den Haag) und Frankreich (Paris).

Arbeitskonferenz in Darmstadt (24. – 27. April 2003)

Im Focus stand dabei die 4-tägige Arbeitskonferenz vom 24. bis 27. April 2003 in der Fachhochschule in Darmstadt.
Dort wurden die Ressourcen und Kompetenzen aller NetzwerkpartnerInnen für das Projektziel gebündelt und im Aufbau der gemeinsamen Internetplattform praktisch erprob (siehe hierzu die Arbeitsergebnisse der Arbeitskonferenz).

Symposium in Ankara (04. Oktober 2002)

Zur Vorbereitung für die Arbeitskonferenz und als Ergebnis der Vorbereitungsarbeit (das Projekt begann im Juli 2002) fand im Oktober 2002 in Ankara / Türkei ein eintägiges Symposium („Türkische MigrantInnen im Ausland – Probleme und Lösungsansätze“) statt. Veranstalter waren neben der Universität Ankara und der Universität Hacettepe der Träger der BÜRGERBERATUNG, der SKA e.V. (Darmstadt).

Die wesentlichen Beiträge des Symposiums sind in einem Buch dokumentiert.

Deutlich wurde neben dem großen Interesse - 250 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil – den überaus positiven Erfahrungen in der Vorbereitung und Durchführung des Symposiums, die Bereitschaft aller Akteure (der Beauftragte der türkischen Regierung für europäische Angelegenheiten, die Rektoren der großen Universitäten, das türkische Arbeitsministerium, der türkische Anwaltsverein, das Forschungszentrum der Ankara Universität für die Europäische Union, die Deutsche Botschaft in Ankara und der Frauensolidaritätsstiftung) an der Umsetzung und Weiterentwicklung der begonnen

Kooperation bzw. der weiteren Bearbeitung der auch in der Türkei bisher kaum beachteten Frage der Remigration.
Vorausgegangen waren der Tagung eine einmonatige Tour im Juli 2002 von Turabi Temiz, dem türkischen „Teil“ des binationalen Teams der BÜRGERRBERATUNG durch Ministerien, Universitäten, Verwaltungen und Büros von Stiftungen und Vereinen in Ankara.


Immer wieder erstaunt hat dabei die große Bereitschaft von nationalen türkischen Organisationen und Regierungsstellen mit einem bis dahin unbekannten kommunalen Projekt aus Deutschland zusammenzuarbeiten und dies in einer Schnelligkeit und Intensität, die vorher nicht für möglich gehalten wurde.

Zusammenfassung der Projektergebnisse:

Es ist gelungen, ein arbeitsfähiges, belastbares und die ganze Türkei einbeziehendes Netzwerk aufzubauen. Durch das Symposium in Ankara wurde ein intensiver Diskussionsprozess über die Probleme der Remigration begonnen und durch die Dokumentation (Buch) in den Fachdiskurs in der Türkei eingeführt. Das Netzwerk hat dabei ein Breite, Tiefe und Qualität erreicht, die bei Projektbeginn nicht für möglich gehalten wurde.

Es ist gelungen durch eine intensive Medienarbeit – darunter mehrere Live - Fernsehsendungen – eine breite Öffentlichkeit in der Türkei über das Projekt zu informieren und zum Thema „REMIGRATION / RÜCKKEHR“ zu sensibilisieren. Darüber hinaus konnte mit der
Föderation der türkischen Zeitungsverleger ein gewichtiger und unschätzbarer Unterstützer gewonnen werden.
Verband der türkischen Zeitungsverleger / Verband der türkischen Journalisten
Kompetenzen, Ressourcen und Arbeitsschwerpunkte für das Netzwerk
- Unterstützung und Begleitung des EU-Pilotprojektes durch eine breite Berichterstattung in Presse, Rundfunk und Fernsehen
- Qualifizierte Beteiligung bzw. Unterstützung für die Weiterentwicklung und Verbesserung der Beratungsqualität für RückkehrerInnen

Zusammen mit der Darmstädter Firma „bayoonet“ konnte eine professionelle Internetplattform zum Austausch von Informationen aber auch als Informationsmedium für Fachstellen in der Türkei und Deutschland bzw. dem übrigen Europa entwickelt werden. Einige „Vorzüge“ dieser Plattform sind u.a.:
- alle NetzwerkpartnerInnen sind dadurch vernetzt und ein schneller Informationsaustausch bzw. Kommunikation ist so möglich
- die Plattform ist Mehrsprachig (deutsch / türkisch) und weiter ausbaubar
- Befragungen / Umfragen sind möglich
- es existieren verschiedene Formen der Zugriffsmöglichkeiten (vom geschützten „Raum“ für NetzwerkteilnehmerInnen bis zum ungehinderten weltweiten Zugriff)
- alle Kompetenzen der verschiedenen NetzwerkpartnerInnen sind so allen zugänglich
- die Plattform ist technisch ausgereift und erprobt


Der Aufbau und die bisherige Projektentwicklung des gesamten EU-Projektes (2002 – 2003) wurde im wesentlichen in Deutschland / Darmstadt nur von 2 Personen bewerkstelligt (von Turabi Temiz, dem Sozialberater der Bürgerberatung und von Edwin Herrmann als Projektentwickler). Alleine unter Kostengesichtspunkten ist dies eine beachtenswerte und überaus effektive Projektgeschichte.


Der Projektverlauf des Pilotprojektes belegt, dass es möglich ist ein arbeitsfähiges Netzwerk zur Verbesserung der Beratungsqualität für RückkehrerInnen aufzubauen. Alle Voraussetzungen für den konkreten Praxisbetrieb sind gegeben und im Interesse nicht zuletzt der Menschen, die Anspruch auf schnelle, aktuelle, erreichbare und qualitätsvolle Informationen und Beratung zur Bewältigung ihrer Remigration haben, sollten die Ressourcen und vorhandenen Kompetenzen auch zur Verfügung gestellt werden. Die Fortführung des bisherigen Pilotprojektes würde für viele Menschen eine tatsächliche Verbesserung bedeuten.



Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstadt e.V.
Bad Nauheimer Str. 2
64289 Darmstadt
Tel: 0 61 51 / 21 20 3
Fax: 0 61 51 / 27 98 46 5

bayoonet AG
Robert-Bosch-Strasse 7
D-64293 Darmstadt

Telefon +49 (0) 6151 / 87 01 05 - 0
Telefax +49 (0) 6151 / 87 01 05 - 50

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