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PROF. DR. RAMAZAN ARSLAN

Universität Ankara
Vizerektor

Begrüßung der SymposiumsteilnehmerInnen

Ich begrüße unsere verehrten deutschen Gäste und die geschätzten Leiter unserer Universität und der Universität Hacettepe, die diese Veranstaltung organisiert haben, und alle Teilnehmer des Symposiums “Türkische MigrantInnen im Ausland, Probleme und Lösungsansätze” herzlich.

Wie bekannt ist, müssen die Universitäten ihre Forschungsergebnisse und Kenntnisse der Gesellschaft zur Verfügung stellen. Diese Aufgabe wird durch universitäre Lehraktivitäten oder durch Teilnahme an solchen Veranstaltungen erfüllt. Heute werden wir zusammen mit den Angehörigen der Universität Hacettepe und dem freien Träger SKA e.V. in Deutschland, der seine erste Auslandsaktivität mit uns gemeinsam durchführt, versuchen, Lösungen für Migrationsprobleme zu finden, die ein soziales Problem darstellen.

Nach dem II. Weltkrieg entwickelte sich die Wirtschaft so rasch, dass der Arbeitskräfteberdarf nicht mit inländischen Arbeitern gedeckt werden konnte. Dieses Missverhältnis führte zum Entstehen des Bedarfs an ausländischen Arbeitskräften. Um den Bedarf an arbeitsfähigen Kräften zu decken, begann man aus anderen Ländern, vor allem aus der Türkei Arbeitskräfte anzuwerben. In diesem Rahmen wurde 1955 das erste Anwerbeabkommen mit der Türkei und dem Arbeitsministerium des Bundeslandes Schleswig Holstein abgeschlossen, und danach gingen 1957 12 Familien aus der Türkei nach Deutschland. Die Anwerbung dauerte insbesondere während der 60er Jahren in zunehmendem Maße an, bis es 1973 zur Öl-Krise kam.

Im Verlauf der Jahre nach dem Rückgang der Anwerbung traten bei den in Westeuropa lebenden Türken strukturelle Änderungen ein. Insbesondere in Deutschland entwickelte sich ein struktureller Wandel in Form eines Übergangs vom Arbeiter zum Unternehmer, und die Zahl derjenigen, die diesen Übergang geschafft haben, ist erheblich. Ein Teil der Türken, die ab Anfang der 60er Jahre nach Westeuropa auswanderten, um dort zu arbeiten, sind inzwischen zurückgekehrt. Ein Teil von ihnen ist jedoch dort geblieben, und diese Türken, die als Bürger des jeweiligen Landes leben, haben dabei einige Probleme. Für die Lösung ihrer Probleme wird diesen Menschen sowohl durch die Türkei als auch durch das Aufnahmeland Unterstützung gewährt, und beide Länder setzen sich für die Lösung dieser Probleme ein. Wir werden heute hier diese Probleme zum Ausdruck bringen und versuchen, Lösungen dafür zu finden. Anders ausgedrückt: Unsere Bürger im Ausland haben teilweise ihre wirtschaftlichen Ziele erreicht und sich entschlossen zurückzukehren, weil sie viele Jahre lang hart arbeiten mussten, müde und früh gealtert sind oder weil sie möchten, dass ihre Kinder in der Heimat zur Schule gehen. Bei der Rückkehr zu berücksichtigende weitere Faktoren sind: Nichtanpassung an die fremde Kultur und Umwelt, eine zu geringe Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, Sehnsucht nach der Heimat, Ausschließung, langfristige Arbeitslosigkeit und Ausländerfeindlichkeit. Wie ich eben erwähnt habe, entstanden mit der Rückkehr auch neue Probleme. Eine beträchtliche Anzahl unserer Bürger im Ausland zogen eine kurzfristige Ausbildung ihrer Kinder einer mittel- oder langfristigen Ausbildung vor, da sie dachten, sie könnten jederzeit in die Türkei zurückkehren. Infolgedessen traten unter jungen Türken Integrationsprobleme auf. Eine hohe Arbeitslosigkeit und schlechte Gewohnheiten kamen noch dazu, und die Zahl der straffälligen türkischen Jugendlichen nahm zu. Auf der anderen Seite stoßen die Rückkehrer auf mehrere Probleme im Bereich Arbeit und soziale Sicherheit. Im Ausland geborene und aufgewachsene Jugendliche, die unserem Land und unserer Kultur in gewissem Maße entfremdet sind, haben hier bei der Integration sehr große Schwierigkeiten.

Von großer Bedeutung sind die Arbeiten, die auszuführen sind, um die Integration dieser Jugendlichen in unsere Gesellschaft zu erleichtern und ihnen zum Erlernen eines Berufes zu verhelfen. Zweck der heutigen gemeinschaftlichen Arbeit ist die Darlegung der Tätigkeiten und Bemühungen in Bezug auf Feststellung und Lösung der nach der Migration aufgetretenen Probleme und somit die Leistung eines Beitrags zur Lösung dieser Proleme. In diesem Sinne wünsche ich den Teilnehmern viel Erfolg und begrüße alle herzlich.


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Begrüßung der SymposiumsteilnehmerInnen Becher Berichte 20.10.2003

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