Die
vorhandenen Kompetenzen nutzen und zusammenführen oder wie gründe
ich ein Netzwerk für türkische RückkehrerInnen
EU – Modellprojekt zur Verbesserung der Informations- und Beratungsqualität
für türkische RückkehrerInnen
Die BÜRGERBERATUNG, eine Beratungseinrichtung für ausländische
und deutsche Bürger und Bürgerinnen des Sozialkritischen Arbeitskreises
(SKA e.V.) in Darmstadt / Deutschland versucht im Rahmen eines EU-Modellprojektes
(Europäische Kommission, Generaldirektion Bildung und Kultur), den
Zugang sowie die Qualität der Informationen, für Rückkehrwillige
bzw. zurückgekehrte türkische Menschen in Deutschland bzw. der
Türkei zu verbessern.
Ziel des einjährigen Modellprojektes ist es, durch einen intensiven
Informationsaustausch und durch die Bündelung der Fachkompetenz der
beteiligten Akteure, Vorschläge für eine verbesserte Beratungs-
und Informationsqualität für türkische StaatsbürgerInnen
in Deutschland, der Türkei und anderen EU-Ländern, RückkehrerInnen,
mögliche RückkehrerInnen und am EU - Einigungsprozess Interessierte
zu erzielen.
Modellhaft soll der Erfahrungsaustausch, die Erstellung und Erarbeitung
von ziel-gruppengerechten Informationsangeboten und die Vernetzung und
Abstimmung der Akteure erprobt und entwickelt werden.
Darüber hinaus soll das soziale Modell der EU und der Prozess der
gegenseitigen Annäherung bzw. der Heranführung an dieses Modell
zielgruppengerecht mit Sachinformationen verdeutlicht und unterstützt
werden.
Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung und praktische Erprobung eines
arbeitsfähigen Netzwerkes von Akteuren in der Türkei (staatliche
Behörden, Bildungs- und Forschungs-einrichtungen, der Privatwirtschaft
und Nichtregierungsorganisationen / NGOs) mit der BÜRGERBERATUNG
in Darmstadt / Deutschland.
Abgeglichen und ergänzt weren soll dies mit den Erfahrungen und Anregungen
von Beratungseinrichtung aus den Niederlanden (Den Haag) und Frankreich
(Paris).
Arbeitskonferenz in Darmstadt
Im Focus steht dabei eine 4 tägige Arbeitskonferenz Ende April /
Anfang Mai in Darmstadt.
Dort sollen die Akteure des Netzwerkes für eine gemeinsam definierte
Zielgruppe unter den RückkehrerInnen (z.B. Rentner und/oder Studenten)
alle ihre Kompetenzen und Ressourcen bündeln, um Beispielhaft die
Zusammenarbeit im Interesse der Zielgruppe zu erproben.
Vorstellbar wären hier:
• Zusammenstellung aller verfügbaren Daten und Forschungsergebnisse
• Austausch und Aufbereitung notwendiger Infomaterialien
• Aufbau und Betreiben einer gemeinsam genutzten Internetplattform
zum Austausch von Informationen aber auch als Informationsmedium für
Fachstelle in der Türkei und Deutschland
• Erprobung von Arbeitsstrukturen, die das umfangreiche Erfahrungswissen
der beteiligten unterschiedlichen Akteure allen Interessierten nutzbar
macht
• Initiierung von Forschungsprojekten
Symposium in Ankara (Oktober 2002)
Zur Vorbereitung für die Arbeitskonferenz und als Ergebnis der bisherigen
Vorbereitungsarbeit (das Projekt begann im Juni 2002 und endet im Juni
2003) fand im Oktober 2002 in Ankara / Türkei ein eintägiges
Symposium („Türkische MigrantInnen im Ausland – Probleme
und Lösungsansätze“) statt. Veranstalter waren neben der
Universität Ankara und der Universität Hacettepe der Träger
der BÜRGERBERATUNG, der SKA e.V. (Darmstadt).
Die wesentlichen Beiträge des Symposiums sind in diesem Buch dokumentiert.
Deutlich wurde neben dem großen Interesse - 250 Menschen nahmen
an der Veranstaltung teil – den überaus positiven Erfahren
in der Vorbereitung und Durchführung des Symposiums, die Bereitschaft
aller Akteure (der Beauftragte der türkischen Regierung für
europäische Angelegenheiten, die Rektoren der großen Universitäten,
das türkische Arbeitsministerium, der türkische Anwaltsverein,
das Forschungszentrum der Ankara Universität für die Europäische
Union, die Deutsche Botschaft in Ankara und der Frauensolidaritätsstiftung)
an der Umsetzung und Weiterentwicklung der begonnen Kooperation bzw. der
weiteren Bearbeitung der auch in der Türkei bisher kaum beachteten
Frage der Remigration.
Vorausgegangen waren der Tagung eine einmonatige Tour im Juli 2002 von
Turabi Temiz, dem türkischen „Teil“ des binationalen
Teams der BÜRGERRBERATUNG durch Ministerien, Universitäten,
Verwaltungen und Büros von Stiftungen und Vereinen in Ankara.
Immer wieder erstaunt hat dabei die große Bereitschaft von nationalen
türkischen Organisationen und Regierungsstellen mit einem unbekannten
kommunalen Projekt aus Deutschland zusammenzuarbeiten und dies in einer
Schnelligkeit und Intensität, die vorher nicht für möglich
gehalten wurde.
Diese Erfahrungen und die bereits erprobten halbjährigen Arbeitsbeziehungen
lassen für das ehrgeizige EU-Projekt hoffen, hoffen für eine
Zusammenarbeit, bei der eigentlich nur alle gewinnen können, nicht
zuletzt Menschen, die Anspruch auf schnelle, aktuelle, erreichbare und
qualitätsvolle Informationen und Beratung zur Bewältigung ihrer
Remigration haben.
Für diese Erfahrung und für die bereichernden Begegnungen mit
den vielen beteiligten Menschen ein herzliches Danke.
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