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EDWIN HERRMANN

Bürgerberatung Darmstadt
SKA e.V.

Die vorhandenen Kompetenzen nutzen und zusammenführen oder
wie gründe ich ein Netzwerk für türkische RückkehrerInnen

EU – Modellprojekt zur Verbesserung der Informations- und Beratungsqualität für türkische RückkehrerInnen

Die BÜRGERBERATUNG, eine Beratungseinrichtung für ausländische und deutsche Bürger und Bürgerinnen des Sozialkritischen Arbeitskreises (SKA e.V.) in Darmstadt / Deutschland versucht im Rahmen eines EU-Modellprojektes (Europäische Kommission, Generaldirektion Bildung und Kultur), den Zugang sowie die Qualität der Informationen, für Rückkehrwillige bzw. zurückgekehrte türkische Menschen in Deutschland bzw. der Türkei zu verbessern.

Ziel des einjährigen Modellprojektes ist es, durch einen intensiven Informationsaustausch und durch die Bündelung der Fachkompetenz der beteiligten Akteure, Vorschläge für eine verbesserte Beratungs- und Informationsqualität für türkische StaatsbürgerInnen in Deutschland, der Türkei und anderen EU-Ländern, RückkehrerInnen, mögliche RückkehrerInnen und am EU - Einigungsprozess Interessierte zu erzielen.

Modellhaft soll der Erfahrungsaustausch, die Erstellung und Erarbeitung von ziel-gruppengerechten Informationsangeboten und die Vernetzung und Abstimmung der Akteure erprobt und entwickelt werden.
Darüber hinaus soll das soziale Modell der EU und der Prozess der gegenseitigen Annäherung bzw. der Heranführung an dieses Modell zielgruppengerecht mit Sachinformationen verdeutlicht und unterstützt werden.

Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung und praktische Erprobung eines arbeitsfähigen Netzwerkes von Akteuren in der Türkei (staatliche Behörden, Bildungs- und Forschungs-einrichtungen, der Privatwirtschaft und Nichtregierungsorganisationen / NGOs) mit der BÜRGERBERATUNG in Darmstadt / Deutschland.
Abgeglichen und ergänzt weren soll dies mit den Erfahrungen und Anregungen von Beratungseinrichtung aus den Niederlanden (Den Haag) und Frankreich (Paris).

Arbeitskonferenz in Darmstadt

Im Focus steht dabei eine 4 tägige Arbeitskonferenz Ende April / Anfang Mai in Darmstadt.
Dort sollen die Akteure des Netzwerkes für eine gemeinsam definierte Zielgruppe unter den RückkehrerInnen (z.B. Rentner und/oder Studenten) alle ihre Kompetenzen und Ressourcen bündeln, um Beispielhaft die Zusammenarbeit im Interesse der Zielgruppe zu erproben.
Vorstellbar wären hier:

• Zusammenstellung aller verfügbaren Daten und Forschungsergebnisse
• Austausch und Aufbereitung notwendiger Infomaterialien
• Aufbau und Betreiben einer gemeinsam genutzten Internetplattform zum Austausch von Informationen aber auch als Informationsmedium für Fachstelle in der Türkei und Deutschland
• Erprobung von Arbeitsstrukturen, die das umfangreiche Erfahrungswissen der beteiligten unterschiedlichen Akteure allen Interessierten nutzbar macht
• Initiierung von Forschungsprojekten

Symposium in Ankara (Oktober 2002)

Zur Vorbereitung für die Arbeitskonferenz und als Ergebnis der bisherigen Vorbereitungsarbeit (das Projekt begann im Juni 2002 und endet im Juni 2003) fand im Oktober 2002 in Ankara / Türkei ein eintägiges Symposium („Türkische MigrantInnen im Ausland – Probleme und Lösungsansätze“) statt. Veranstalter waren neben der Universität Ankara und der Universität Hacettepe der Träger der BÜRGERBERATUNG, der SKA e.V. (Darmstadt).

Die wesentlichen Beiträge des Symposiums sind in diesem Buch dokumentiert.

Deutlich wurde neben dem großen Interesse - 250 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil – den überaus positiven Erfahren in der Vorbereitung und Durchführung des Symposiums, die Bereitschaft aller Akteure (der Beauftragte der türkischen Regierung für europäische Angelegenheiten, die Rektoren der großen Universitäten, das türkische Arbeitsministerium, der türkische Anwaltsverein, das Forschungszentrum der Ankara Universität für die Europäische Union, die Deutsche Botschaft in Ankara und der Frauensolidaritätsstiftung) an der Umsetzung und Weiterentwicklung der begonnen Kooperation bzw. der weiteren Bearbeitung der auch in der Türkei bisher kaum beachteten Frage der Remigration.

Vorausgegangen waren der Tagung eine einmonatige Tour im Juli 2002 von Turabi Temiz, dem türkischen „Teil“ des binationalen Teams der BÜRGERRBERATUNG durch Ministerien, Universitäten, Verwaltungen und Büros von Stiftungen und Vereinen in Ankara.

Immer wieder erstaunt hat dabei die große Bereitschaft von nationalen türkischen Organisationen und Regierungsstellen mit einem unbekannten kommunalen Projekt aus Deutschland zusammenzuarbeiten und dies in einer Schnelligkeit und Intensität, die vorher nicht für möglich gehalten wurde.

Diese Erfahrungen und die bereits erprobten halbjährigen Arbeitsbeziehungen lassen für das ehrgeizige EU-Projekt hoffen, hoffen für eine Zusammenarbeit, bei der eigentlich nur alle gewinnen können, nicht zuletzt Menschen, die Anspruch auf schnelle, aktuelle, erreichbare und qualitätsvolle Informationen und Beratung zur Bewältigung ihrer Remigration haben.


Für diese Erfahrung und für die bereichernden Begegnungen mit den vielen beteiligten Menschen ein herzliches Danke.


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Die vorhandenen Kompetenzen nutzen Becher Berichte 20.10.2003

Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstadt e.V.
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